Vor einiger Zeit habe ich meinen Unmut und mein Unverständnis über Digitale Veranstaltungen in einer Facebook Notiz niedergeschrieben. Damit habe ich eine Diskussion angestoßen, viel Zustimmung erhalten und die Bitte, den Artikel auch als leichter teilbaren Blogbeitrag zur Verfügung zu stellen.

Dem komm ich jetzt nach:


Ich habe gerade meinen Blogbeitrag zur Year of the Monkey – The Digital Festival hübsch gemacht. Ich hatte ja schon live von der Veranstaltung gebloggt. Auch davon getwittert.

Ich bin in den letzten paar Jahren auf einigen größeren, ganz großen und kleineren Events gewesen. Alle hatten das “Digitale” im Namen, in der Beschreibung, gemein. Aber wie unterschiedlich Veranstalter, Teilnehmer und Referenten das “Digitale” leben, verblüfft mich immer wieder.

OK, ich bin sicher sicher kein Maßstab, dazu bin ich zu extrem. Ich twittere gerne auf Events, lese beim Hashtag mit und retweete auch gerne. So kommt Frau schon auch mal unter die Top 10 Twitterer eines Events. Dazu habe ich vor ein paar Jahren angefangen live vom Event zu bloggen. Dann bleibt der Nachbericht nicht Tage und Wochen liegen. Ich verlass mich auch nicht mehr auf das WLAN eines Events, wenn das LTE gut genug ist, nütze ich im Zweifelsfall meine knackige Datenleitung.

Was ich mir von einem Veranstalter wünsche:

  • Twitternamen der Referenten im Vorfeld als Liste oder zum Mitnehmen, oder zum Ausdrucken
  • Eindeutiger Hashtag im Vorfeld der Veranstaltung kommuniziert
  • vom Veranstalter (oder einem kompetenten Dienstleister*) bespielten Twitteraccount, der im Vorfeld schon Infos postet, während der Veranstaltung die Teilnehmer begleitet, auf Fragen reagiert, Tweets retweetet, Highlights aufzeigt, im Nachgang Blogbeiträge und Zusammenfassungen von Teilnehmern tweetet
  • Strom/Steckdosen/Verlängerungskabel, Ladeboxen, Ausleihen von externen Akkus
  • WLAN, das auch Streamen, etc. mitmacht

Was ich mir von Referenten wünsche:

Siehe auch meinen Blogbeitrag dazu „What I need for a tweet

  • Twittername lesbar zu Beginn der Präsentation
  • Schlüsselsätze als Zusammenfassung, die man gut Twittern kann
  • Retweeten von Erwähnungen beim Event im Nachgang

… und die Teilnehmer?

Ich bin Selbstständig, für mich ist das Digitale ein wichtiger Aspekt in meinem Tun und in meinem Leben. Ich kann die Begeisterung dafür nicht weitergeben, wenn ich nicht davon überzeugt bin. Aber ich stelle immer wieder fest, in Gesprächen, in Diskussionen und aus Beobachtung, als Angestellter reicht es, wenn Du von 8-18 Uhr digital für deinen Job bist.

Digitale Transformation – und jetzt?

Aber wie wollen wir die digitale Transformation in den Köpfen von Unternehmern, Führungskräften und Mitarbeitern schaffen, wenn wir als “Digitale” Teilnehmer nicht anfangen “Digital” zu leben?

*z.B. mich, oder Günter Exel

4 thoughts on “Wieviel Digital braucht eine “digitale” Veranstaltung?

  • 30. Mai 2016 um 12:25
    Permalink

    Liebe Beate,

    damit hast Du wahrlich ausgesprochen, was endlich gesagt werden musste. Es wäre auch wünschenswert, wenn die Veranstalter neben einem STABILEN WLAN vor Ort im Nachgang vielleicht Twitterlisten sammeln würden (über diejenigen, die bei der Veranstaltung getwittert haben). Das würde ich als Mehrwert erachten, der sowohl für den Veranstalter als auch für den Besucher gleichermaßen lohnt. Das erleichtert die Vernetzung untereinander und auch die Eventnachbereitung. Und geschickte Veranstalter sehen so – bei der nächsten Veranstaltung – wer besonders aktiv ist und könnten diese ggfs. beim nächsten Mal als Ambassadoren gewinnen. Ein Win-Win-Effekt, der sich auszahlt.

    Viele Grüße aus dem Rheinland,

    Martina

    Antworten
    • 31. Mai 2016 um 8:17
      Permalink

      Ich habe vor einiger Zeit angefangen Twitterlisten von den Events anzulegen, die ich besuche. Da ich die von Dir angeregten Twitterlisten nie finden konnte. Zwei Seelen – ein Gedanke. Ich fände es genial, wenn mich ein Veranstalter als Ambassador (oder noch besser als Dienstleister) einladen würde, wenn ich immer unter den Top 5-10 Accounts bin.

      Antworten
  • 30. Mai 2016 um 17:23
    Permalink

    Das sind tolle Anforderungen an die Veranstalter, aber es wäre schön auch diese zu würdigen die die Veranstaltung auch machen.
    Der Veranstalter hat mit Anmeldungen zu tun die leider später auch ohne Entschuldigung fernbleiben. Von den Kosten die hier in die Hand genommen werden braucht man gar nicht groß zu sprechen, Zeit und Geld das muss man erst einmal aufbringen.
    Viele Teilnehmer nutzen diese Veranstaltungen auch um sich gut zu informieren und weiterzubilden. Leider ist dem Veranstalter dann auch nicht immer der der Erfolg gegönnt.
    Hier hätte ich mich gerne auch über einen Kommentar gefreut der die Veranstalter lobt, überhaupt so etwas zu machen schließlich sind wir auch froh Referenten zum anfassen zu haben und nicht nur online

    Antworten
    • 31. Mai 2016 um 8:20
      Permalink

      Lieber Heiko,
      ja, Veranstalter haben es auch nicht leicht. Ich verstehe Deine Probleme. Die Thematik habe ich auch bei meinen Veranstaltungen.

      Aber es ging hier vor allem um die großen Events, die sich „digital“ nennen und es nicht leben – und uns „digitalen“ Menschen, das darüber berichten echt schwer machen.

      Antworten

Kommentar verfassen