Laut vorlesen = besser schreiben?

🎧 Lieber hören statt lesen?
Hier findest du die von mir gesprochene Version dieses Beitrags.

Besser schreiben durch laut vorlesen?
Besser schreiben durch laut vorlesen?

Schreibe ich besser, weil ich meine Texte laut vorlese?

Social-Media-Texte werden auf alle Fälle deutlich verständlicher und Zielgruppen-affiner, wenn ich (oder meine Praktikanten) eine Person vor Augen habe und meinen Text laut spreche, als wenn ich persönlich mit der Person spreche. Das ist etwas, was ich regelmäßig bei meinen Praktikanten feststelle. Ihre Texte sind zuerst sehr „gestelzt“. Meistens haben sie sich von der KI helfen lassen. Wenn sie sich aber jemanden aus ihrem persönlichen Umfeld vorstellen, dem sie diesen Text oder Inhalt laut vorsprechen, dann verändert sich der Text, die Ansprache, die Dynamik, der Ton. Es wird nahbar. Es fühlt sich die Person persönlich angesprochen. Das funktioniert nicht nur mit meinen Praktikanten, den Aha-Effekt hab ich in jedem Social-Media-Workshop oder Coaching erlebt.

Mikrofon auf dem Tablett c Beate Mader

Schreibe ICH besser, weil ich meine Texte laut vorlese?

Schreibe ich, Beate, bessere Texte? Im Prinzip könnt nur ihr das beantworten.

Findet ihr, dass meine Texte dieses Jahr, seitdem ich meine Audiodateien veröffentliche, besser geworden sind?

Also, ich überprüfe meine Texte damit. Kann ich sie überhaupt verständlich vorlesen? Sind die Sätze sprechbar? Ich hab schon öfter wieder von vorn zu lesen begonnen, weil ein Satz so schräg zu lesen war. Also, es hat sich sicher der ein oder andere Text verbessert.

Viel zu schreiben, hilft auf alle Fälle, Routine zu entwickeln. Ich versuche auch wirklich, so zu schreiben, wie ich spreche. Was mir jetzt beim Schreiben der Work.Books immer wieder spannende Diskussionen mit meinen Korrekturleserinnen beschert. Ich denke unheimlich viel in Bildern. Wenn ich etwas höre, versuche ich, es in Grafiken oder Bildmotive umzusetzen. Genauso sehe ich ganz viele „instagramable“ Motive im Vorbeigehen. Mein Gehirn arbeitet sehr stark visuell, hab ich festgestellt. Das nutz ich auch und ich spreche und schreibe dann auch teilweise mit sehr „blumigen“ Umschreibungen.

Möchte ich Menschen ansprechen, die so gar nichts mit meiner Sprache anfangen können?

Nein. Ganz und gar nicht. Das zählt genauso in mein Gesamtbild (hier ist es wieder das Visuelle) in der Kommunikation, und in meiner Außenwirkung wie meine Werte, die ich auch versuche, nach außen zu tragen.

Schreiben Menschen, die ihre Gedanken und Texte einsprechen, besser?

Erst gestern hab ich wieder einen LinkedIn-Beitrag gelesen, bei dem jemand seinen Arbeitsablauf für seine Texte beschrieb:

… Ich gehe spazieren mit einem Gedanken, und spreche beim Gehen unfertige Texte ein. Die werden dann automatisiert in mein Backend gelegt, verschriftlicht und teilweise von der KI schon hübsch gemacht …

So, oder so ähnlich, habe ich mittlerweile einige im Umfeld. Ich bewundere das auch irgendwie, dass diese Menschen es geschafft haben, ihren Arbeitsablauf für die Gedanken und Sätze, die mir beim Duschen oder Spazierengehen einfallen, zu sammeln und aufzubereiten.

Ich muss wirklich mit denen mal sprechen, oder schreiben, ob sich ihre Texte verbessert haben, durch die größere Grundlage der Inhalte.

Comer See 2012 11
Eselweg am Comer See 2011 (c) Beate Mader

Sprechtraining und Schreiben?

Schon fast meine ganze Selbstständigkeit begleitet mich Markus H. Eberhard als Sprech- und Bühnencoach. Er geht sehr über das Körperliche. Ich kann mich noch an ein Seminar erinnern, bei dem ich mit dem Besen wischend singend durch den Raum geschwebt bin.

Nicht, dass ich noch nie vorher in meinem Leben vor Menschen gesprochen hätte, ich war schon immer ich, die die Begrüßungen, etc. halten durfte. Aber im beruflichen Kontext half mir das Coaching mit Markus schon sehr, mich zu entwickeln. Wenn ich jetzt meine Audiodateien einspreche, dann merke ich, wie ich mit meinem ganzen Körper mitgehe, mit meinen Händen gestikuliere und Bilder forme.

Ich glaube, das ist auch das, was mir Menschen zurückspiegeln: „Ich sehe dich förmlich vor mir. Das hört sich so total nach dir an.“

Authentizitaet

Das verstehe ich dann wieder sehr unter Authentizität, ein Wort, das ich endlich auch relativ flüssig sprechen kann und das ich hier mit der Zeichnung meines Wertes Authentizität darstelle.

Fazit: Hilft laut Lesen beim besseren Schreiben?

Ich bin der Meinung: Ja! Überhaupt hilft Lesen beim Entwickeln von Sprache, dem Gefühl für Sprache und Sätze. Ich glaube sehr daran, dass, wenn wir viele – gute – Texte lesen, wir ein gutes Gefühl für Sprache entwickeln. Also auch ein Plädoyer für das Vorlesen, das Bücherlesen, das laute Vorlesen.

Ich, Beate, die Kommunikationsgenialistin

Beate Mader wirft ihre Werte Karten in die Luft
(c) Stefanie Kresse

Werteorientierte Kommunikation, die Ideen in Bewegung bringt.

Meine Werte sind meine DNA. Sie prägen meine Haltung, meine Zusammenarbeit und die Art, wie ich Menschen dabei begleite, ihre Ideen sichtbar zu machen und ins Handeln zu kommen.

Und noch eine persönliche Empfehlung: Unser mittwöchlicher Schreibclub ist für mich jede Woche ein fester Anker. In dieser konzentrierten Stunde komme ich zuverlässig mit meinen Blogartikeln, Work.Books oder neuen Ideen weiter. Vielleicht ist genau dieser geschützte Raum auch für dich der Impuls, endlich dein eigenes Schreibprojekt anzugehen.

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