Viel Input zu Coworkation & Workation gab es letzte Woche (8./.9. November 2023) in Gmund am Tegernsee auf dem Coworkation Alps forum. Wir diskutierten eifrig über die Begrifflichkeiten, bekamen hochwertige Informationen aus rechtlicher und universitärer Sicht. Hörten Erfahrungen von Unternehmen, Coworking-Space-Betreibenden und anderen Betrieben rund um Workation. Am Donnerstag durfte ich den Barcamp-Teil moderieren und nun ging es sehr in die Details, wir versuchten Begriffe besser zu definieren, Herausforderungen anzugehen und Lösungen zu erarbeiten. Ich fand es eine sehr offene, konstruktive Veranstaltung, gespickt mit viel Informationen. Die Location, der Tegernseer Hof, das Team um den Betreiber, erfüllten uns jede Wünsche und waren unheimlich fürsorglich und aufmerksam. DANKE!

Das Überthema sollte dieses Jahr „Arbeitnehmer“ auf Workation sein. So gab es auch neben einem rechtlichen Einstieg viel unterschiedliche Perspektiven, was Unternehmen brauchen, wie Unternehmen es schon umsetzen und welche Erfahrungen und Bedürfnisse Coworkation und Workation Anbietende haben.

Der Verein Coworkation Alps e.V. – eine Vorstellung

Vorständin Vroni Engl stellte den rührigen Verein vor, der im Bereich zwischen Südtirol und Bayern unterschiedliche Betriebe und Anbieter zusammenbringt. Welche unterschiedlichen Begriffe werden im Kontext von „Remote Work“ „Coworkation“ und „Workation“ verwendet und welche Definitionen verwendet der Verein – auch im Rahmen seines Zertifizierungssigels. (Sketchnotes in grün)

Arbeitsrechtliche Chancen und Grenzen ortsunabhängiger Arbeitsformen

Sabine Hocking, Fachjournalisting und Autorin von „Überall, nur nicht im Büro“ stellte vier große Bereiche: Arbeitsrecht, Arbeitsvertrag, Arbeitsort und Sicherheit vor. Mein Fazit: es ist viel mehr geregelt, als viele denken. Individuelle Vereinbarungen sind immer hilfreich. … und es gibt einige Fallstricke, an die viele noch nicht gedacht haben. Ich werde mir für meine Coworking-Space-Bibliothek das Buch kaufen. (Sketchnotes in blau drüber).

Kann Workation, bzw. Remote Work in der Firmenphilosophie verankert werden?

Michael Bauer von der Würth Group, bzw. Würth Electronics war schon bei unserer Fachexkursion von Coworkation Alps dabei, somit kannte ich schon einige Punkte. Was aber an spannender Firmenphilosophie bei Würth verankert ist, wie viele Themen erarbeitet und auch visuell attraktiv dargestellt wurden, fand ich sehr cool. Das Pilotprojekt, einen Hub zu errichten in einer Region, in der potenzielle Arbeitskräfte zu erwarten sind, eigene Räume und Infrastruktur anzumieten und sich bewusst nicht in bestehende Coworking/Office-Strukturen einzubinden, das ist wieder sehr interessant. (Sketchnotes in rot)

Kai Manzel von der Workingwelt GmbH (ich hatte ihn schon bei einem Impuls noch in seiner Funktion als Microsoft Mitarbeiter erlebt) berät Unternehmen – sie leben Remote Work auch in ihrer Workingwelt GmbH. Der Mix aus Beratern für den Change und Innenarchitekten und Wissenschaftler deckt viele Bereiche ab.

Auch er brachte uns eine weitere Definition zu Workation und Coworkation mit. Notwendig, dass Workation überhaupt gut funktionieren kann, sind auch aus seiner Sicht die Bereiche: (Unternehmens) Kultur, Technologie, Services (vor Ort) und der Raum (für konzentriertes Arbeiten). (Sketchnotes in Blau und Pink).

Podiumsdiskussion

Vroni Engel lud die drei bisherigen Impulsgebenden zu einer Diskussion ein: die persönlichen Erfahrungen der drei Podiumsteilnehmenden klaffen sehr weit auseinander. Interessant wurde es dann besonders, als Fragen aus dem Publikum kamen. Damit war dann auch der offizielle Teil von Tag 1 beschlossen.

Tag 2

Wir starteten mit der Keynote von Prof. Dr. Simon Werther. Er ist Professor für Leadership und New Work an der Hochschule München. Von Meta-Trends, über Definition von Trends, hin zu Empfehlungen, wie mit Trends umgegangen werden soll, ging sein Impuls. Das alles im Kontext zu „Veränderung der Arbeitswelt und Auswirkungen auf den Tourismus“.

Rahmenbedingungen für Remote Work schaffen vs. sollten Mitarbeiter überhaupt Remote arbeiten?

Coworkation Alps Vorständin Julia Scharting moderierte das Panel mit Christine Stanek von OPED und Alexander Wolf von World Direct. Wir bekamen zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen von Unternehmen an Remote Work von Mitarbeitenden dargestellt: von sehr lässig „wir haben keine Regelungen“ bis zu „wir haben uns zusammengesetzt und Regeln definiert“. Die unterschiedlichen Abteilungen haben teilweise ganz verschiedene Sichtweisen, die nicht leicht unter einen Hut zu bringen sind. Und immer wieder die Frage: was machen wir mit Mitarbeitenden, die per Job gar nicht vom Arbeitsplatz weg können?

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – was brauchen Remote Worker wirklich?

Wolfgang Gehlhaus von der Office Manufaktur in Hausham betreibt einen sehr modernen, coolen Space in einer touristisch sehr geprägten Region. Seine Erfahrungen mit touristischen Partnern (wir vermieten nur von Samstag bis Samstag) sind leider kein Einzelfall.

Coworkcare – Betreuungsangebote und Coworking – eine gute Kombination?!

Carina Matscher, Vorständin von Coworkation Alps und Coworkation-Host vom Feldgärtner Hof in Südtirol (hatten wir auch auf der Fachexkursion besucht) wurde virtuell zugeschaltet. Care-Arbeit geht vor. Care-Arbeit, also die Sorgearbeit, egal ob mit Kindern oder Senioren oder kranken Menschen, ist ein großer Faktor von flexibler Arbeitsgestaltung. Hier Menschen eine Option zu schaffen, mit den zu Betreuenden an einen anderen Ort fahren zu können und auch arbeiten zu können, ist der Plan.

Der Host im Mittelpunkt – Herausforderungen und Chancen

Nach der Mittagspause (reichhaltig und lecker) gab es die nächste Paneldiskussion. Diesmal führte Herwig Zötl die Gesprächsrunde. Er ist nicht nur Coworking Betreiber in Innsbruck, sondern auch Abgeordneter im Tiroler Landtag. Die Panelteilnehmenden waren bunt gemischt: Wolfgang Gehlhaus, Sybille Tschepp aus der Schweiz, und Georg Gasteiger vom Mesnerhof-C, sozusagen einer der Leuchttürme und Pioniere von Coworkation. Hier gab es sehr tiefe Einblicke in den Alltag eines Host. Besonders auch die Herausforderungen von Unternehmensgruppen wurde angesprochen. Der Spagat zwischen Gastgeber zu sein und trotzdem die Community und die eigenen Werte & Regeln hochzuhalten ist nicht immer einfach.

Und nun noch Barcamp!

Mein Part. Ich durfte den abschließenden Barcampteil moderieren. In so kurzer Zeit, Barcamp zu erklären und die Sessionplanung umzusetzen war sportlich, aber kein Thema. Die Sessions flossen sozusagen. Es gab noch viel Diskussionsbedarf nach den zahlreichen Impulsen und so füllte sich der Sessionplan schnell.

Ich brachte mich in zwei Sessions mit ein, dieTechniksession bot ich sogar an.

Technik-Session „Ohne welche Tools und Programme/Apps kann ich nicht mobil arbeiten?“

Coworkation / Workation – Welche Begriffe benutzt unsere Zielgruppe eigentlich? Außenwahrnehmung!

Dokumentation der Sessions

Sehr praktisch war die Dokumentation der Sessions. Hier in der Bildergalerie bekommt man einen guten Überblick über die Vielfalt der Themen.

Mein Fazit

Ein sehr konstruktiver Austausch mit sehr engagierten Menschen. Auch die Studierenden brachten viele interessante Aspekte in unsere Diskussionen mit ein. Dass wir an den Begrifflichkeiten, der Aussenwahrnehmung und unseren Verständnissen dazu noch arbeiten sollten, kristallisierte sich für mich heraus.

Unternehmen sind auf einem guten Weg, brauchen aber auch interne wie extern Unterstützung und Regeln.

Danke an das rührige Team des Coworkation Alps Verein und unseren Host vom Tegernseer Hof. DANKE!